“Ich kann das Thema schon nicht mehr hören”, erzählte mir vor einiger Zeit ein Gottesdienstbesucher nach einer Messe. Es war die so genannte “Woche für das Leben”, in der in der Kirche besonders auf das Thema “Lebensrecht” und “Lebensschutz” eingegangen wird. Viele Menschen tun sich in der Tat schwer, sich mit dem Thema “Abtreibung” auseinanderzusetzen.
Ein Aufschrei geht durch Deutschland, wenn man immer wieder die Nachrichten von schrecklichen Kindstötungen liest oder hört. Man fragt sich, was in einer Mutter vorgehen muss, die ihr Kind tötet. Viel wird spekuliert, geurteilt und verurteilt. Die Empörung ist einhellig. Auf der anderen Seite steht die breite Öffentlichkeit den zigtausend Abtreibungen, die jedes Jahr in Deutschland stattfinden, augenscheinlich emotionslos gegenüber. Angesichts dieser Front an Ignoranz kann man sich aber auch die Frage stellen, was man da noch tun kann.
Das “Gebet für das Leben” versucht hier eine mögliche Antwort zu geben. Die so genannte Gebetsvigil in Nürnberg geht auf die Initiative von Monsignore Philip J. Reilly aus New York (USA) zurück. Im Mittelpunkt steht die Feier der Hl. Messe, die Eucharistische Anbetung und das öffentliche Gebet. Dabei wird nicht nur für die Ungeborenen gebetet, sondern auch für die Mütter und Väter (auch nach der Abtreibung) sowie für die Ärzte und alle Beteiligten.
Oft wird solchen Initiativen unterstellt, sie seien “militant”, “aggressiv” oder sogar “fanatisch”. Alles davon trifft nicht zu - ich habe inzwischen bereits mehrere Male diese Vigilien in Nürnberg als Priester begleitet. Es werden auf dem Weg zur Abtreibungspraxis, außerhalb davon und auf dem Rückweg je ein Geheimnis des klassischen Rosenkranzes gebetet. Natürlich wirkt die Prozession und das Gebet in der Öffentlichkeit wie eine Demonstration, aber das ist durchaus so gewollt - schließlich will man dieses Thema in der Öffentlichkeit präsent machern. Jede dieser Gebetsprozessionen ist angemeldet und genehmigt und wird durch die Polizei begleitet und abgesichert.
Das Gebet für das Leben in Nürnberg ist vernetzt mit der Initiative “Helfer für Gottes Kostbare Kinder Deutschland e. V.”, Westendstrasse 78, 80339 München. Ansprechpartner für Nürnberg ist: Diakon Bernhard Bäumler, Kärntner Strasse 38, 90475 Nürnberg, Tel. 0911/98 98 41 43 oder 89 78 87, Mobil 0179/429 40 10.