Aids in Afrika - sind Kondome die Lösung?

18. März 2009 | Kategorie: Aktuell, Unterricht und Praxis, Was sagt die Kirche wirklich?

kondom_afrika.jpgPapst Benedikt XVI. hat vor seiner Afrikareise im März 2009 in kurzen Worten zur AIDS-Problematik Stellung genommen:

„Wenn die Seele fehlt, wenn sich die Afrikaner nicht selber helfen, kann diese Geißel mit der Verteilung von Kondomen nicht beseitigt werden, im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, das Problem zu vergrößern.“


Wie nicht anders zu erwarten war, fiel die kirchenfeindliche Presse und mit ihr das Rudel der wie üblich “erschütterten” Politiker Volker Beck und Claudia Roth (erstaunlicherweise finden sich die selben Namen immer wieder im Zusammenhang mit “Entrüstungskundgebungen”) über den Papst her. Wer sich nicht mit stereotypen Klischees zufrieden geben möchte, ist in der Lage, eines der verbreitesten Vorurteile über die Katholische Kirche zu überwinden:

Behauptung: “Kondome sind die beste Antwort auf die AIDS-Problematik in Afrika - die Kirche macht sich durch die Verteufelung von Kondomen mitschuldig am Tod von Millionen Menschen”

1. Zunächst einmal muss man unterscheiden, ob die “Kondomfrage” im Zusammenhang mit der künstlichen Verhütung oder im Zusammenhang mit der AIDS-Problematik diskutiert wird.

2. Die rasante Verbreitung von AIDS hat sicher verschiedene Ursachen. Zu wesentlichen Faktoren gehören aber die sexuelle Ausbeutung von Frauen und die oft wechselnden Geschechtspartner. Neben den verschiedenen Rollenbildern (Frauen als Besitz und Objekte) verschärft die mangelnde Bildung und die Armut dieses Problem.

3. Die Propagierung von Kondomen als Lösung gegen AIDS hat gravierende Folgen: Es werden nur die Symptome der AIDS-Verbreitung angegangen. Gleichzeitig wird die sexuelle Enthemmung und Sorglosigkeit gefördert - was letztendlich wieder zu einem Anstieg der Infektionsraten führen wird (vgl. Europa).

4. Das Ziel der Kirche ist es, einen moralischen Bewusstseinswandel zu erreichen, der die Verantwortung der Menschen füreinander im Blick hat. Treue und Enthaltsamkeit sind langfristig sicherere Mittel, die Verbreitung von AIDS einzudämmen. Es geht hier um eine dauerhafte und langfristige Verbesserung, die durch Kondome nicht erreicht wird.

Es ist ein Fakt … dass in Ländern Afrikas mit höherem katholischen Bevölkerungsanteil die AIDS-Infektionsrate signifikant geringer ist, als in Ländern mit weniger Katholiken.

Sicherlich kann man fragen, auf welche Weise und mit welcher zeitlichen Perspektive dieser Bewusstseinswandel erreicht werden kann. Manche Leute vertreten die Ansicht, dass zumindest der erste Schritt (im Sinne der Soforthilfe) in der Verteilung von Kondomen bestehen muss, damit gegen die weitere Ausbreitung von AIDS sofort gehandelt werden kann. Für die Kirche ist das allerdings nicht Teil der Grundsatzfrage. Auch die Kirchenkritiker (z.B. Volker Beck, Uta Ranke-Heinemann) differenzieren da nicht. Sie fordern von der Kirche die allgemeine und umfassende Gutierung eines unmoralischen Lebenswandels. Ihr eigentlicher “Kriegsschauplatz” ist nicht Afrika, sondern die deutsche Medienlandschaft. Die Betroffenen in Afrika sind in diesem Drama nur Statisten.

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