Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit

29. März 2008 | Kategorie: Liturgie und Seelsorge, Top Artikel

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Der Sonntag nach Ostern wird in der Tradition der Kirche auch “Weißer Sonntag genannt”. Dieser Name erinnert daran, dass die Neugetauften der Osternacht ihre weißen Taufkleider die ganze Woche über bis zu diesem Sonntag in den Gottesdiensten trugen. Die weiße Farbe des Taufkleides erinnert daran, dass der Mensch durch die Taufe von seinen Sünden “reingewaschen” ist, und Christus wie ein Kleid angezogen hat. Besonders durch die traditionelle Feier der Erstkommunion am Weißen Sonntag hat sich dieses Bild erhalten.


Am 30. April 2000 hat Papst Johannes Paul II. diesen Sonntag zum “Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit” bestimmt. Er erinnerte damit an die Visionen der Hl. Schwester Maria Faustyna Kowalska (1905-1938), die zu einer Botin der Barmherzigkeit Gottes geworden ist. Auf Sr. Faustyna geht u.a. der Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit und die entsprechende Novene zurück, die als Vorbereitung auf diesen Sonntag (beginnend am Karfreitag) gebetet werden soll. Papst Johannes Paul II. war ein großer Verehrer dieses göttlichen Geheimnisses.

2007 hatte Papst Benedikt XVI. am Barmherzigkeitssonntag an seinen großen Vorgänger erinnert, der 2005 kurz nach Anbruch des Barmherzigkeitessonntags gestorben war:

„Der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. hat gewollt, daß dieser Sonntag als Fest der göttlichen Barmherzigkeit begangen werde: In dem Wort Barmherzigkeit fand er das ganze Erlösungsgeheimnis zusammengefaßt und für unsere Zeit neu ausgelegt. Er hat in zwei Diktaturen, in der Begegnung mit Armut, Not und Gewalt die Macht der Finsternis tief erfahren, von der die Welt gerade auch in dieser Stunde bedrängt ist.

Aber er hat nicht weniger tief erfahren, daß Gott mit seiner ganz anderen, göttlichen Macht all diesen Gewalten entgegentritt: mit der Macht seines Erbarmens. Sie ist es, die dem Bösen eine Schranke setzt. In ihr drückt sich das ganz eigene Wesen Gottes aus – seine Heiligkeit, die Macht der Wahrheit und der Liebe.

Nach der ersten Vesper dieses Sonntags ist er vor zwei Jahren heimgegangen, hineingestorben in die göttliche Barmherzigkeit, von der er so über den Tod hinaus und von Gott her ganz neu zu uns spricht: Vertraut dem göttlichen Erbarmen! Werdet Menschen seines Erbarmens Tag um Tag! Das Erbarmen ist das Lichtgewand, das der Herr uns in der Taufe geschenkt hat. Dieses Licht dürfen wir nicht verlöschen lassen; es soll im Gegenteil Tag um Tag wachsen in uns und so der Welt von Gott Kunde bringen.“

 

Hinweis zum Ablass, der an diesem Sonntag gewonnen werden kann:

Der Ablass am Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit wird unter den gewohnten Bedingungen (Beichte mit entschlossener Abkehr von jeder Sünde, Kommunionempfang und Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters: Vaterunser und ‚Gegrüßet seist du, Maria‘ oder ein anderes Gebet nach freier Wahl) dem Gläubigen gewährt, der in einer Kirche oder einem Oratorium an einer Feier zu Ehren der göttlichen Barmherzigkeit teilnimmt oder wenigstens vor dem Allerheiligsten das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis mit dem Zusatz einer kurzen Anrufung des barmherzigen Herrn Jesus (z. B. Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich!) betet.

Ein Teilablass wird dem Gläubigen gewährt, wenn er mit reuigem Herzen eine der rechtmäßig genehmigten Anrufungen an den barmherzigen Herrn Jesus richtet. (Quelle: Liturgisches Kalendarium des Bistums Eichstätt)

Ein Kommentar
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  1. Also bitte!

    Vom Karfreitag bis über Ostern in der liturgisch höchstgeprägtesten Zeit - eine volksfromme Übung zu verrichten?
    Den Altehrwürdigen Namen “in Albis” durch “Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit” zu ersetzen?

    *grausel*

    Und ich war sogar schonmal in Lagiewniki.

    Gruß

    Thomas

    Und alles Gute zum Blog (Hab Dich schon verlinkt!)

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